RC Modellbau Hovercraft Griffon TDX 2000



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RC Hovercraft News / Erfahrungen / Berichte


Endlich tut sich hier wieder mal etwas. Nachdem ich den Aufbau von meinem RC Hoverdraft fertig gestellt hatte, lackierte ich alle Teile in Rot bzw. Blau. Der Aufbau besteht zum größten Teil aus Sperrholz vom Baumarkt und von Modellbauladen.

Ausgesägt mit einer Laubsäge habe ich die Einzelteile dann zuerst mit Feilen und Sandpapier bearbeitet und anschließend mit Holzkleber zusammengefügt. Ich finde das Arbeiten mit Holz sehr schön, da es im Vergleich zu Aluminium z.B. viel leichter und schöner zu verarbeiten ist.

 

Das Griffon TDX 2000 habe ich teilweise nach einem Bauplan gebastelt, den ich im Internet gefunden und gekauft hatte, zum Teil mussten Dinge aber auch abgeändert werden. Es war das erste Hovercraft das ich gebaut habe, das ist wohl auch ein Grund weshalb es so lange gedauert hat. Immerhin zogen sich die Bauarbeiten über einige Jahre hin. Meistens habe ich mir meinm Vater im Winter dran gebastelt und es wurde immer etwas besser und wir kame immer etwas weiter. Irgendwann hatte man dann keine Lust mehr, das Modell kam auf den Schrank und man konnte wieder weitermachen wenn man wieder Lust hatte. Ich denke das ist mit ein Grund, dass es so schön geworden ist.

Ja, "schön" ist relativ, aber Ich finde es nunmal schön.

 

Bei der Motorisierung wollte ich nicht allzuviel geld ausgeben, das es dann umso schlimmer gewesen wäre, wenn das Modell Hovercraft nie richtig fertiggeworden wäre.

Bisher hatte ich immer gute Erfahrungen mit den Graupner Speed600 Modellbau Motoren gemacht und darum griff ich auch diesmal auf diese zurück. Als regler kamen die Jazz und Sun 3000 zum Einsatz. Halten mehr Volt aus als wir haben und gehen bis 30A.

 

Als nächsten die Wahl der Luftschraube, da das "Loch" nach unten nicht gerade groß ist, musste etwas her, was auch bei kleinem Durchmesser mächtig Luft verdrängte. Anfangs haben wir es mit der Strärksten Zweiblättrigen Luftschraube, also mit dem größten Winkel der Blätter versucht. Leider war das noch viel zu wenig Luft.

Anschließend haben wir eine 30cm Luftschruabe, ebenfalls zweiblättrig, auf den Durchmesser gestuzt und es damit versucht, war auch nicht viel besser.

Ich habe dann beim Conrad in der Modellbau Abteilung zwei 3-Blättrige Luftschrauben bestellt.

Damit geht es jetzt einigermaßen, jedoch fährt man durchgehend bei ca.90% Drehzahl und somit sind selbst 4000 mAh 7 Zellakkus nach etwa 10 Minuten leergesogen.

Momentan weiß ich noch nicht was man da machen kann. Die echten Hovercrafts haben für den Auftrieb ein Schaufelrad, die Schaufelräder verdrängen natürlich enorm viel Luft und bringen somit auch bei viel niedrigeren Drehzahlen noch ordentliche Luftmassen in die Schürze.

 

Wenn wir schon bei der Schürze sind, das war auch etwas aufwendig.

Aus welchem Material könnte man solch eine Schürze machen ... hmm gute Frage ... vielleicht aus Drachenstoff !? Wir haben es versucht und bisher klappt das damit super. Mein Vater hat die Schürze wunderschön genäht. Sie besteht aus 12 Teilen wenn mich nciht alles täuscht.

Jeweils ein Teil für die flachen Seiten. Also rechts, links, vorne und hinten. Die Rundungen, Ecken, Kurven oder wie man sie auch nennen mag sind jeweils aus zwei Teilen. Die Teile für die Ecken müssen oben und unten schmäler sein als in der breiteren Mitte. Die Stoffstücke sind dort als beidseitig Konvex. Konvex ?! ... man kann sich die Teile also etwa so vorstellen () ... also beidseitig rund und spitz zulaufend.

Die Schürze ist eine Sache für sich, da kann man einiges an Nerven reinstecken ;).

Die Schürze haben wir dann noch am Rand mit Klettferschlussband versehen, also ebenfalls hingenäht.

Am Rand des Hovercrafts verläuft das Gegenstück des Klettverschlusses. So kann man die Schürze jeder Zeit problemlos abnehmen und durch die große / lange Klettfläche fält die Schürze auch einwandfrei.

 

Bleiben wir noch etwas bei der Schürze ... Bei den echten Hovercrafts, also den 1:1ern die noch rumfahren, besteht die Schürze meist am Ende aus unzähligen "Fingern" diese sind dann am Boden und der Luftverbrauch wird durch diese eng an eng liegenden Fingern möglichst niedrig gehalten.

Das genau so im Modellbau nach zu machen, ist zwar nicht unmöglich jedoch mit enorm viel Aufwand verbunden.

Ich habe mich für eine andere Art der Schürze bzw. des Sacks bedient.

Das Loch im hinteren Teil des Modellhovercrafts, führt durch den kompletten Rumpf nach unten. In dieser nach unten führenden Röhre sind nach recht und links je ein ca. 2 auf 8 cm. großer Kanal, diese beiden Kanäl füllen den Sack mit Luft.

Man kann sich das Ganze folgendermaßen vorstellen: Das Hovercraft steht auf dem Boden. Das Loch ist also nach untenhin mehr oder weniger zu, die Luft nimmt also den leichteren Weg in die Kanäle rein und füllt damit den Sack bzw. die Schürze. Ist die Schürze voll, ist der leichtere Weg nun nach unten. Die Luft hält also den Sack ständig voll, der Rest der Luft gerät unter das Hovercraft. Der Sack bildet unter dem Hovercraft eine kleine freie Kammer zwischen Erdboden und Hovercraftboden. In diese "Kammer" wird die Luft geblasen, es bildet sich ein Luftkissen, deshalb wird das Hovercraft auch oft Luftkissenboot genannt. Die Luft hebt das Hovercraft an und entweicht durch den entstehenden Spalt zwischen dem Sack und dem Erdboden.

Das Hovercraft schwebt. Das war eigentlich schon das ganze "Geheimnis" des beinahe reibungslosen Fahrens.

Nun brauchen wir nur noch eine Kraft die das Modell bewegt.

Hierzu dient der Heckrotor. Bei mir befindet er sich in einem "Topf" aus 0,4mm dünnem Speerholz. Das Speerholz wurde gerollt und verklebt. Anschließend kam auf der einen Seite eine Reihe Balsaklötzchen rein (Vorderseite). Dann kam noch eine Röhre Speerholz in das Innere. Somit entstand ein sich leicht verjüngender, sehr sehr aufwenig hergestellter, aber toll ausehender Topf für den hinteren Propeller. Modellbau ist doch schön hihi.

In diesem Topf sitzt auf einer Speerholzstrebe ein weiterer Speed 600 Elektromotor von Graupner. Ebenfalls ausgestattet mit einer 3-Blättrigen Luftschraube sorgt er für den nötigen Schub.

Da der hintere Propeller ein ganzes Stück größer ist als der Hubpropeller, habe Ich hier keinerlei Probleme genügend Schub zu bekommen.

Hinter dem Heckrotor sitzen drei, wieder aus Speerholz gefertigte Klappen, welche über ein Servo nach links und rechts gelenkt werden können. Über das Steuern des Luftstroms, lenkt man das Hovercraft.

 

Genug geredet über den Bau etc. kommen wir mal zur Praxis ...

Ich muss sagen, es ist wirklich sehr schwer so ein Hovercraft richtig zu steuern. Zum einen driftet es immer ab, denn was keine Reibung hat, will immer an den niedrigsten Punkt gleiten. Fährt man also auf einer Straße driftet man auf der rechten Seite nach rechts auf der linken nach links, da die meisten Straßen leicht gewölbt sind damit Regenwasser richtig abfließen kann. Man muss als ständig korrigieren und gegenlenken.

Außer dem Lenken muss man natürlich auf ständig den Schub des Heckrotos kontrollieren und korrigieren. Beim Lenken muss man natürlich darauf achten, dass wenn man Lenkt, dass zuerst das Heck kommt und das Hovercraft erst dann von der Wand oder dem Randstein z.B. wieder wegschiebt. Am Anfang hat man also einige Male die Freude mit dem Randstein.

Wenn man wie Ich am Berg wohnt, hat man entweder das Problem, dass es immer Bergauf geht, oder es geht eben Bergab.

Hier muss man sagen ist mit Bergauf aber bedeutend lieber, hier kann man schön Lenken und ordentlich Schub geben.

Berg ab sollte man unbedingt den Heckrotor ruhen lassen, sonst entwickelt sich das Modell zu einem GESCHOSS ! Wäre auch seltsam wenn nicht, denn es wird ja ständig durch die Hangabtribskraft beschleunigt, kommt dann noch der Heckrotor dazu ... ohje. Zumal man ja keine richtige Bremse hat :D Lediglich durch absenken des Luftkissenboots kann gebremst werden und das tut der Schürze und dem Boden des Modells nicht unbedingt gut.

 

Bisher bin ich nur auf Straße gefahren. Da kommen auch schnell die Kinder und Leute um sich das ganze von Nahem anzusehen. Zum Einen wohl weil es doch recht laut ist und zum Anderen denke ich weil wohl noch nicht so viele ein Luftkissenboot in Aktion gesehen haben. Das ist schon etwas ganz Anderes als so ein Ferngesteuertes Auto. Eben was ganz Besonderes.

Das Vergnügen auf einem See zufahren hatte ich wie gesagt noch nicht. Leider ! Ich stelle mir das ganze sehr cool vor, da man dort ja sogut wie keine Hindernisse hat sondern eine schön große, freie Wasserfläche. Und wann man vom Land aus aufs Wasser schwebt, ist sicher genial :).

 

Ich werde Euch hier jetzt auf dem Laufenden halten. Im Winter ist es sicher auch hammer, wenn es eine geschlossene leicht vereiste Schneedecke hat. Das sollte einiges an Spaß garantieren :)! Es gibt dann natürlich auch wieder ein Video und Bilder selbstverständlich auch.

 

Vielleicht kommen ich nächste Woche mal wieder zum Fahren. Mein Cousin kommt zu Besuch und bringt seine tollen 4000er LRP Akkupacks mit :). Bis dahin, fröhlichen Modellbau.

 




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